Plaudere nicht, sondern toke.



Plaudere nicht, sondern toke. Die Computermessenger Posener Informatikern übersetzen Gespräche in andere Sprachen.
Quelle: Głos Wielkopolski, 2007 - 04 - 07
Autor: Martin Kostaszuk, Fot: Andrzej Szozda


Studenten des IV und V Jahres der Informatikabteilung der Adam-Mickiewicz-Universität haben die Internetmessenger DePeDe und TokuToku geschaffen, die das Leben der Personen, die kein Englisch, Russisch und Deutsch können, erheblich erleichtern werden. Messenger sind Programme zum Austausch von Textnachrichten im Internet. Der beliebteste polnische Messenger "Gadu-Gadu" hat heute fast 6 Millionen Benutzer: vor allem unter jungen Leuten, die gewöhnlich kurze Äußerungen austauschen lies mehr

Auf Polnisch zu den Ausländern
Die Programme der Posener Studenten haben einen grundsätzlichen Vorteil im Vergleich zu "Gadu-Gadu" - sie ermöglichen die blitzartige, automatische Übersetzung einer auf Polnisch geschriebenen Nachricht in andere Sprachen und umgekehrt. Zur Zeit ist die Übersetzung zwischen dem Polnischen, Englischen, Russischen und Deutschen möglich.
Beide Programme unterscheiden sich durch ihre Funktionalität - Toku-Toku ist an die Benutzer anderer Messengers ("Gadu-Gadu" und ICQ) gerichtet, die dazu einen virtuellen Übersetzer installieren wollen. DePeDe ist dagegen ein unabhängiges Programm. - Das ist ein hervorragendes Instrument z. B. für eine internationale Firma, deren Arbeiter Informationen in verschiedenen Sprachen schnell austauschen müssen - sagt Paweł Perz Mitglied des Teams, das an DePeDe gearbeitet hat.


Automat plus Redakteur
Der Inspirator der Entstehung von DePeDe und Toku-Toku war Dr.Krzysztof Jassem aus dem Institut der Mathematik und Informatik an der Adam-Mickiewicz-Universität. Seit über 10 Jahren arbeitet er an Programmen zur automatischen Übersetzung Translatica. In diesem Jahr ist schon die vierte Auflage dieses Programmes in der polnisch-englischen Version erschienen, und im letzten Jahr ist zum ersten Mal die polnisch-russische Version auf den Markt gekommen .
- In den Messengers meiner Studenten haben wir einen Mechanismus der automatischen Übersetzung angewandt, der aber von den Benutzern unterstützt wird, die als Redakteure die Datenbank der Wörter und Wendungen aktualisieren können, die für junge einen großen Wert auf die Kürze der Mitteilung legende Leute charakteristisch sind - sagt Krzysztof Jassem und zeigt uns diesen Mechanismus. Das Wort "halo" übersetzt der Automat als "reverence" - der Redakteur assoziiert es mit der allgemein verwendeten Begrüßung "hi".
Und lernen muss man sowieso
Also kann man sich das immer teurere Lernen der Fremdsprachen schenken - wenigstens für die Bedürfnisse der geschrieben Sprache und der Internetkorrespondenz?
- Man kann doch nicht übertreiben. Ich schweige hier schon über die Frage der persönlichen Treffen, bei denen wir doch nicht in den Computer schauen können. Programme zur automatischen Übersetzung sind ständig nicht perfekt - z. B. sie bewähren sich nicht bei der Übersetzung literarischer Werke. Sie funktionieren dagegen gut bei der technischen Fachsprache - sagt Krzysztof Jassem.
Zur Zeit arbeitet das Team der Posener Informatiker an einem die Arbeit der Übersetzer unterstützenden System, in dem die in der Datenbank befindlichen Texte genutzt werden. Sie enthält Übersetzungen, die von einer die Sprache könnenden Person korrigiert wurden. Fragmente der Texte, die sich im Übersetzungsspeicher befinden, bilden die Grundlage der Übersetzung, und die übrigen Teile werden automatisch übersetzt. Ein so bearbeitetes Dokument wird dann professionell übersetzt. Die Arbeit beschränkt sich nur auf das Eintragen der Änderungen.
- Solch eine Methode bewirkt, dass die Übesetzung viel schneller und billiger ist - sagt Krzysztof Jassem.


Programme DePeDe und Toku-Toku sind auf der Webseite www.poleng.pl unter Download erhältlich. Man kann sie kostenlos herunterladen und benutzen. Auf dieser Seite kann man Effekte der automatischen Übersetzung des Programms Translatica prüfen.

Autoren von DePeDe und Toku-Toku: von links Grzegorz Patylnek, der Chef des Teams Krzysztof Jassem, Anna Błażejewska, Karol Kraśkiewicz, Paweł Perz und Dominik Grala