Dank den für einen schnellen Austausch von Textnachrichten vorgesehenen Internetmessengers
, die von den Studenten der Informatik an der Posener Adam-Mickiewicz-Universität geschaffen wurden, können sich auch Personen, die keine Fremdsprache sprechen, mit einem Engländer, Deutschen oder Russen unterhalten.
Und es geht hier nicht nur um einen kurzen Meinungsaustausch oder eine gesellige Plauderei. Jede in einem Computerprogramm befindliche Textnachricht wird sofort in die ausgewählte Fremdsprache übersetzt.
Momentan stehen Ihnen drei Sprachen zur Wahl: Englisch, Deutsch und Russisch. Dank den von den Studenten der Adam-Mickiwewicz-Universität vorbereiteten Messengers (DePe-De und Toku-Toku) kann man eine lange Diskussion mit Ausländern führen. Sogar über mit der Herstellung und Anwendung von komplizierten Technologien verbundene technische Themen, und keine Fremdsparchenkenntnisse bilden auch in diesem Fall kein Hindernis.
- Besonders stolz sind wir darauf, dass diese Programme überhaupt entstanden sind, weil es anfangs gar nicht danach aussah - erzählt Paweł Perz, einer von den Autoren des Projekts. - Zur Zeit benutzen das Programm schon einige Dutzend Personen. Es ist toll, etwas zu schaffen, was für andere nützlich sein kann.
DePeDe ist ein selbstständiger Messenger, der auf einem der Posener Server funktioniert.
- Er ist für Arbeiter internationaler Firmen geeignet, die Informationen in verschiedenen Sprachen schnell austauschen wollen - berichtet Paweł Perz . Der neue polnische Internetmessenger erlaubt Ihnen, mit einem Ausländer zu sprechen, ohne seine Sprache zu können.
Toku-Toku können dagegen Benutzer des populären "Gadu-Gadu-Messengers" benutzen, die einen virtuellen Übersetzer brauchen und können ihn einfach zusätzlich installieren. Beide Programme haben leider immer noch ihre Schwachpunkte.
- Manchmal gibt es Probleme mit der Übersetzung. Letztens ist es zum Beispiel ans Tageslicht gekommen, dass die populäre Begrüßung "halo" wird ins Englische als "reverence" übersetzt - also als die einer anderen Person erwiesene Hochachtung, und nicht als "hi" - fügt Dominik Grala zu, der zweite von den Autoren. - Deswegen werden die Messenger immer noch verbessert. An diesem Prozess können auch die Benutzer teilnehmen. Sie melden dem Administrator neue Wörter und Wendungen und auf diese Art und Weise aktualisieren sie das Übersetzungssystem.
An den Projekten haben über ein halbes Jahr zwei dreiköpfige Studententeams gearbeitet.
Auf die Durchführung des Projekts passte sein Erfinder auf Dr. Krzysztof Jassem aus dem Institut der Mathematik und der Informatik der Adam-Mickiewicz-Universität, der Vorsitzende der Firma Poleng.
- In den Messengern haben wir das Übersetzungsprogramm Translatica benutzt, das wir bisher nur zur automatischen Übersetzung von Dokumenten und E-Mails nutzten. Das Programm wurde auf der der Basis der Wörterbücher PWN aufgebaut - berichtet Jassem. - Es ist bekannt, dass die Computerübersetzungen nie so gut wie die von Menschen angefertigte Übersetzungen sein werden, insbesondere wenn wir ein literarisches Werk übersetzen wollen, aber bestimmt werden sie sich bei technischen Sachen und täglichen Gesprächen hervorragend bewähren. Von Vorteil ist bestimmt, dass alles hier blitzschnell funktioniert. Andernfalls hätte der Dialog keinen Sinn - argumentiert er.
DePeDe und Toku-Toku kann man sich aus dem Internet herunterladen. Sie befinden sich in auf der Webseite www.poleng.pl unter download.
Die Messengers kann man kostenlos benutzen. Verdienen werden wir eventuell an den dort befindlichen Werbespots, aber das alles verspricht Krzysztof Jassem. Wir dachten noch nicht daran, diese Idee patentieren zu lassen. Ich weiß nicht, ob das nötig ist. Den Messenger kann sich jeder runterladen und ihn benutzen, aber um die von uns geschaffenen Programme zur automatischen Übersetzung auszunutzen, müssten die Personen viele Jahre darüber verbringen.
Der Zugang zu den neuen Programmen bedeutet nicht, dass wir schon das Fremdsprachenlernen vergessen können, weil der Computer alles für uns macht. - Das ist nur eine Erleichterung, denn der Computer kann uns nicht bei persönlichen Treffen ersetzen. Es gibt auch ein Problem mit Computerübersetzungen der Stimme, weil bei Anwendung dieser Technik große Entstellungen auftreten könnten - unterstreicht Krzysztof Jassem.
Auf dem Foto sehen Sie Autoren des Programmes, von links: Paweł Perz, Krzysztof Jassem (hinten) und Dominik Grala